Das Wichtigste auf einen Blick
- Kurze Wellenlängen ziehen an: Ultraviolett und Blau wirken auf die meisten Nachtinsekten stark, Gelb und Bernstein deutlich schwächer. Der Blauanteil einer Lampe ist damit der wichtigste Stellhebel.
- 2700 Kelvin als Richtwert: Warmweißes Licht um 2700 Kelvin zieht messbar weniger Insekten an als kaltweißes mit 5000 oder 6500 Kelvin. Die Helligkeit für das menschliche Auge bleibt dabei gleich.
- Die Ausrichtung zählt genauso: Eine Leuchte, die nach unten abstrahlt und nicht in den Nachthimmel streut, erreicht viel weniger Insekten als eine offene Kugelleuchte.
- Bayern hat Regeln dafür: Seit 2019 verpflichtet Art. 11a des Bayerischen Naturschutzgesetzes dazu, Eingriffe in die Insektenfauna durch Außenbeleuchtung zu vermeiden. Himmelsstrahler sind verboten.
- Licht steuert, das Gitter entscheidet: Gute Lichtplanung senkt den Anflug, schließt das Fenster aber nicht. Ein Spannrahmen beginnt bei 129 Euro, das LiSa System bei 134 Euro, dazu einmalig 60 Euro Anfahrtspauschale.
Warum fliegen Insekten überhaupt auf Licht zu?
Die kurze Antwort: weil künstliches Licht ihre Orientierung stört. Nachtaktive Insekten navigieren seit Millionen Jahren an großflächigen, weit entfernten Lichtquellen wie dem Nachthimmel oder dem Mond. Eine Lampe an der Hauswand ist evolutionär betrachtet ein völlig neues Signal, für das kein passendes Verhalten existiert.
Lange galt die Erklärung, die Tiere flögen einem Lichtpunkt in einem festen Winkel entgegen und liefen deshalb in einer Spirale hinein. Neuere Untersuchungen mit Hochgeschwindigkeitsaufnahmen zeichnen ein anderes Bild: Fluginsekten drehen ihren Rücken reflexartig zur hellsten Fläche, weil das im Freien fast immer der Himmel ist und ihnen so mitteilt, wo oben ist. Steht die Lichtquelle plötzlich seitlich oder unterhalb, kippt das Tier in eine Schräglage und beginnt zu kreisen.
Für die Praxis heißt das zweierlei. Erstens ist der Anflug kein zielgerichtetes Anfliegen, sondern ein Kontrollverlust. Zweitens lässt er sich nicht mit Vergrämung lösen, sondern nur damit, dass man weniger stört oder die Öffnung schließt.
Wichtig für die Einordnung: Nicht jede Insektengruppe reagiert gleich. Nachtfalter, Köcherfliegen, Zuckmücken und viele Käfer sind stark lichtorientiert. Stechmücken sind es kaum.
Welche Wellenlängen locken Insekten am stärksten an?
Der kurzwellige Bereich des Spektrums. Ultraviolettes Licht und der angrenzende blaue Bereich wirken auf die meisten nachtaktiven Insekten am stärksten, weil ihre Sehzellen genau dort am empfindlichsten sind. Je weiter das Licht Richtung Gelb, Orange und Rot rückt, desto schwächer wird der Reiz.
Das erklärt auch, warum ältere Straßenbeleuchtung mit Quecksilberdampflampen berüchtigt für Insektenschwärme war und die orangefarbenen Natriumdampflampen deutlich unauffälliger blieben. Der Unterschied lag nicht in der Helligkeit, sondern im Spektrum.
Für den Hausgebrauch ergibt sich daraus eine sehr einfache Regel: Alles, was nach kühlem Tageslicht aussieht, hat einen hohen Blauanteil und zieht entsprechend an. Alles, was warm und gelblich wirkt, hat einen niedrigen. Diese Einschätzung mit bloßem Auge stimmt in den allermeisten Fällen.
Was bedeutet Farbtemperatur in Kelvin?
Die Farbtemperatur beschreibt in Kelvin, wie warm oder kühl eine Lichtquelle wirkt. Niedrige Werte um 2200 bis 2700 Kelvin ergeben ein warmes, gelbliches Licht, ähnlich einer klassischen Glühlampe. Werte ab 4000 Kelvin wirken neutral bis kühl, 6500 Kelvin entspricht kaltem Tageslicht mit hohem Blauanteil.
Der Wert steht auf jeder Lampenverpackung, meist direkt neben der Lumenangabe. Er sagt nichts über die Helligkeit aus. Eine warmweiße und eine kaltweiße Lampe können exakt gleich hell sein und sich für Insekten trotzdem völlig unterschiedlich verhalten.
| Farbtemperatur | Wirkung und Einsatz | Insektenanflug |
|---|---|---|
| 2200 Kelvin | Bernsteinfarben, sehr warm, für Wege und Fassaden | Sehr gering |
| 2700 Kelvin | Warmweiß, Standard für Wohnräume und Terrassen | Gering |
| 3000 Kelvin | Warmweiß bis neutral, häufig bei Außenstrahlern | Mäßig |
| 4000 Kelvin | Neutralweiß, in Garagen und Werkstätten üblich | Deutlich erhöht |
| 6500 Kelvin | Tageslichtweiß, hoher Blauanteil | Sehr hoch |
Wer nur eine einzige Änderung an seiner Beleuchtung vornehmen möchte, sollte genau hier ansetzen: alle Leuchtmittel im Außenbereich und in fensternahen Räumen auf 2700 Kelvin oder darunter bringen.
Warmweiß oder kaltweiß: Wie groß ist der Unterschied wirklich?
Der Unterschied ist im Alltag deutlich sichtbar und kostet nichts. Lichtquellen mit geringem Blau und Ultraviolettanteil ziehen erheblich weniger Nachtinsekten an, weshalb Naturschutzbehörden warmweißes Licht um 2700 Kelvin als Richtwert für Außenbeleuchtung empfehlen. Für das menschliche Auge bleibt die Nutzbarkeit dabei praktisch gleich.
Am stärksten fällt der Effekt dort auf, wo Licht über längere Zeit brennt: Terrasse, Hauseingang, Carport, Balkon. Wer dort von kaltweiß auf warmweiß wechselt, bemerkt die Veränderung meist schon in der ersten warmen Nacht. Die Zahl der Tiere an der Leuchte sinkt sichtbar, und damit auch die Zahl derer, die anschließend am Fenster sitzen.
Was der Wechsel nicht leistet: Er hält keine Mücken fern und schließt keine Öffnung. Warum das so ist und welche Maßnahmen tatsächlich gegen Stiche helfen, steht im Ratgeber Mückenstiche in München vermeiden.
Beim Lampenkauf reicht ein Blick: Kelvinzahl 2700 oder niedriger, und im Zweifel die Variante, die im Regal am gelblichsten leuchtet.
Wo im Haus zieht Licht die meisten Insekten an?
An drei Stellen konzentriert sich das Problem regelmäßig. Erstens die Außenleuchte direkt neben der Terrassentür oder dem Hauseingang: Sie sammelt die Tiere genau dort, wo Menschen ein und aus gehen. Zweitens beleuchtete Räume mit offenem Fenster, weil das Fenster in der Dunkelheit als große leuchtende Fläche wirkt. Drittens Bewegungsmelder, die die halbe Nacht ausgelöst werden.
Der zweite Punkt wird am meisten unterschätzt. Ein hell erleuchtetes Wohnzimmer mit gekippter Balkontür ist aus Insektensicht die auffälligste Lichtquelle im ganzen Straßenzug. Deshalb sitzen im Sommer regelmäßig Falter an der Decke, obwohl draußen gar keine Lampe brennt.
Bei Dachfenstern verstärkt sich der Effekt zusätzlich, weil das Licht nach oben in den offenen Himmel abstrahlt und aus großer Entfernung sichtbar ist. Was gegen den nächtlichen Anflug am Fenster hilft, beschreibt der Beitrag Nachtfalter am Fenster.
Wie sollte Außenbeleuchtung ausgerichtet sein?
Nach unten und begrenzt auf die Fläche, die wirklich beleuchtet werden muss. Eine abgeschirmte Leuchte, die ihr Licht auf den Weg oder die Treppe wirft und nichts seitlich oder nach oben streut, ist für Insekten aus der Umgebung kaum sichtbar. Eine offene Kugelleuchte strahlt dagegen in alle Richtungen und wirkt wie ein Signalfeuer.
Ebenso wichtig ist die Betriebsdauer. Eine Leuchte, die nur bei Bedarf über einen Bewegungsmelder anspringt und nach zwei Minuten wieder ausgeht, verursacht einen Bruchteil des Anflugs einer Lampe, die von der Dämmerung bis zum Morgen durchläuft. Bei Bewegungsmeldern lohnt es sich zu prüfen, ob sie von Straßenverkehr oder Katzen dauerhaft ausgelöst werden.
Dritter Punkt ist die Position. Eine Leuchte, die zwei Meter neben der Terrassentür sitzt statt direkt darüber, verlagert den Sammelplatz aus dem Durchgangsbereich heraus. Das ist eine der wirksamsten und billigsten Maßnahmen überhaupt und lässt sich bei den meisten Wandleuchten ohne großen Aufwand nachträglich umsetzen.
Auf Terrasse und Loggia bewährt sich indirektes, tief sitzendes Licht: Bodenleuchten, Laternen mit warmem Licht auf dem Tisch und keine große Wandleuchte in Kopfhöhe. Mehr dazu im Ratgeber Insektenschutz für Terrasse und Loggia.
Was sagt das bayerische Naturschutzgesetz zur Beleuchtung?
Bayern hat 2019 im Zuge des Volksbegehrens Artenvielfalt eigene Regeln für Außenbeleuchtung eingeführt. Art. 11a des Bayerischen Naturschutzgesetzes bestimmt seither, dass Eingriffe in die Insektenfauna durch künstliche Beleuchtung im Außenbereich zu vermeiden sind. Himmelsstrahler und Geräte mit vergleichbarer Wirkung sind verboten.
Bei neuen Beleuchtungsanlagen im Außenbereich sind zudem die Auswirkungen auf die Insektenwelt zu prüfen, und in unmittelbarer Nähe geschützter Landschaftsbestandteile und Biotope ist Beleuchtung nur ausnahmsweise und mit Zustimmung der zuständigen Behörde zulässig.
Für Privathaushalte ergibt sich daraus in erster Linie eine Richtung, keine bürokratische Hürde: warmweiß statt kaltweiß, nach unten gerichtet, bedarfsgesteuert statt Dauerbetrieb. Wer neu baut oder die Außenanlage saniert, sollte die Beleuchtungsplanung ohnehin früh mitdenken, wie der Beitrag Insektenschutz in der Bauplanung zeigt.
Helfen Lichtfallen und Insektenvernichter dabei?
Nein, sie kehren das Prinzip sogar um. Ein elektrischer Insektenvernichter arbeitet mit einer UV Röhre, also mit genau der Wellenlänge, die den stärksten Anflug auslöst. Er reduziert den Insektendruck nicht, sondern erhöht ihn gezielt in unmittelbarer Hausnähe.
Hinzu kommt, dass solche Geräte überwiegend harmlose Nachtinsekten erfassen und gegen Stechmücken kaum wirken, weil diese sich nicht am Licht orientieren. Im Außenbereich ist ihr Betrieb zudem rechtlich nicht haltbar, weil künstliche Lichtquellen nicht zum Anlocken und Töten besonders geschützter Tiere eingesetzt werden dürfen.
Den vollständigen Vergleich zwischen Falle und Barriere haben wir im Beitrag Insektenvernichter oder Fliegengitter aufgeschrieben. Kurzfassung: Wer Licht optimiert, senkt den Anflug. Wer eine Lichtfalle aufstellt, steigert ihn.
Reicht die richtige Beleuchtung als Schutz aus?
Sie hilft spürbar, reicht aber nicht. Lichtplanung wirkt auf lichtorientierte Arten wie Nachtfalter, Köcherfliegen und Zuckmücken. Sie wirkt nicht auf Stechmücken, die über Kohlendioxid und Körperwärme navigieren, und ebenso wenig auf Wespen, die tagaktiv sind und Nahrungsgerüchen folgen.
Dazu kommt der schlichte Umstand, dass ein offenes Fenster auch ohne jeden Lichtreiz eine Öffnung bleibt. Im Sommer zieht warme Innenluft nach draußen und kühlere Außenluft nach innen, und mit dieser Strömung gelangen Insekten in den Raum. Wer nachts lüften möchte, kommt an einer physischen Barriere nicht vorbei.
Die sinnvolle Reihenfolge lautet deshalb: Lichtfarbe umstellen, Leuchten ausrichten und begrenzen, danach die Öffnungen schließen. Nach diesen drei Schritten spielt es keine Rolle mehr, wie hell es im Wohnzimmer ist. Wie sich richtiges Lüften mit einem Gitter kombinieren lässt, steht im Ratgeber Richtig lüften mit Insektenschutz.
Welches Insektenschutzsystem passt zu welcher Öffnung?
Die Auswahl richtet sich danach, wie oft das Element geöffnet wird und ob man hindurchgehen muss. Für die meisten Wohnsituationen ergibt sich daraus eine klare Zuordnung.
| Situation | Passendes System | Preis |
|---|---|---|
| Fenster, das selten geöffnet wird | Spannrahmen, fest in der Laibung | ab 129 € |
| Fenster, das oft gekippt wird | LiSa System, werkzeuglos abnehmbar | ab 134 € |
| Fenster mit außen liegendem Griff | Drehfenster zum Aufklappen | ab 262 € |
| Dachfenster im Schlafzimmer | Insektenschutzrollo für Dachfenster | ab 328 € |
| Fenster mit wenig Platz seitlich | Insektenschutzrollo, senkrecht aufrollbar | ab 338 € |
| Terrassentür für den Durchgang | Drehrahmentür mit Bodenschiene | ab 399 € |
| Anfahrt | Einmalig je Termin, unabhängig von der Stückzahl | 60 € |
Alle Systeme mit Ausführungen, Farben und Gewebearten finden Sie auf der Übersicht Fliegengitter nach Maß. Wie sich der Preis im Einzelfall zusammensetzt, erklärt der Beitrag Was kostet ein Fliegengitter?.
Checkliste: Beleuchtung und Insektenschutz zusammen denken
Fünf Schritte, die sich an einem Wochenende umsetzen lassen und in Kombination den größten Effekt bringen.
Kelvinwerte prüfen
Alle Außenleuchten und fensternahen Innenleuchten auf 2700 Kelvin oder weniger umstellen. Der Wert steht auf der Verpackung.
Abstrahlrichtung korrigieren
Offene Kugelleuchten gegen abgeschirmte Modelle tauschen, die nur nach unten leuchten.
Brenndauer begrenzen
Bewegungsmelder oder Zeitschaltuhr einsetzen und Fehlauslösungen durch Straßenverkehr abstellen.
Leuchten umsetzen
Lampen aus dem direkten Durchgangsbereich der Terrassentür wegrücken, damit sich dort nichts sammelt.
Öffnungen schließen
Fenster und Türen mit passgenauem Insektenschutz ausstatten. Danach ist das Innenlicht kein Thema mehr.
Punkt eins bis vier senken den Anflug, Punkt fünf entscheidet über das Ergebnis im Innenraum. Wer nur die Lampen tauscht, wird eine Verbesserung bemerken, aber weiterhin gelegentlich Besuch bekommen, vor allem wenn Motten oder Käfer bereits im Haus sind. Was in diesem Fall zu tun ist, steht im Ratgeber Motten in Wohnung und Küche.
So läuft der Termin bei Insectosun ab
Zwei Termine, dazwischen die Fertigung nach Maß. Mehr braucht es nicht, und in München und im Umland sind wir ohnehin regelmäßig unterwegs.
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Wir messen jedes Element an mehreren Punkten, prüfen Laibung und Beschlag und empfehlen das passende System.
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Einsetzen, jede Kante auf Restfugen prüfen und zeigen, wie sich das Element zum Reinigen abnehmen lässt.
Regelmäßig sind wir unter anderem in Dachau, Fürstenfeldbruck, Starnberg, Erding und Ebersberg vor Ort. Mehrere Elemente in einem Termin sparen die zweite Anfahrt.
Fazit: Warmweiß senkt den Druck, das Gitter entscheidet
Welches Licht Insekten anzieht, lässt sich in einem Satz beantworten: alles mit hohem Blau und Ultraviolettanteil. Wer seine Außenbeleuchtung und die fensternahen Innenleuchten auf warmweißes Licht um 2700 Kelvin umstellt, sie nach unten ausrichtet und die Brenndauer begrenzt, senkt den nächtlichen Anflug spürbar. Das kostet ein paar Leuchtmittel und eine Stunde Arbeit.
Was gute Lichtplanung nicht leisten kann, ist das Schließen der Öffnung. Stechmücken folgen dem Atem, nicht der Lampe, und ein gekipptes Fenster bleibt auch im Dunkeln ein Weg nach innen. Erst die Kombination aus beidem sorgt dafür, dass man im Sommer das Fenster offen und gleichzeitig das Licht anlassen kann.
Ab 129 Euro für einen Spannrahmen und 399 Euro für eine Terrassentür ist der zweite Teil dieser Rechnung einmalig zu bezahlen und danach über viele Jahre erledigt.
Häufige Fragen zu Licht und Insektenanflug
Welche Lichtfarbe zieht die wenigsten Insekten an?
Warmweißes und bernsteinfarbenes Licht mit sehr geringem Blauanteil. Als Richtwert gelten etwa 2700 Kelvin oder weniger, im Außenbereich sind auch 2200 Kelvin verbreitet. Je weiter die Lichtfarbe Richtung Gelb und Orange rückt, desto schwächer ist der Reiz für nachtaktive Insekten. Kaltweißes Licht ab 4000 Kelvin wirkt dagegen deutlich anziehender.
Sind LEDs besser oder schlechter als alte Glühbirnen?
Das hängt allein von der gewählten Lichtfarbe ab. Eine warmweiße LED schneidet ähnlich gut oder besser ab als eine klassische Glühlampe, weil sie kaum Ultraviolett abgibt. Eine kaltweiße LED mit hohem Blauanteil ist dagegen klar schlechter. Die Technologie selbst ist neutral, entscheidend ist der Kelvinwert auf der Verpackung.
Warum umkreisen Falter eine Lampe, statt hineinzufliegen?
Neuere Forschung erklärt das über die Körperhaltung: Fluginsekten richten ihren Rücken automatisch zur hellsten Lichtquelle aus, weil das im Freien normalerweise der Himmel ist. Steht die Lichtquelle plötzlich seitlich oder unten, führt dieser Reflex zu Kreisbahnen und Absturzflügen. Die Tiere werden also nicht angezogen im engeren Sinn, sondern verlieren die Orientierung.
Hilft es, das Licht im Zimmer auszuschalten, bevor ich lüfte?
Ja, und zwar deutlich. Ein beleuchteter Raum wirkt bei geöffnetem Fenster wie eine große Lichtquelle in der Dunkelheit und zieht Insekten aus der Umgebung an. Wer vor dem Stoßlüften das Licht ausschaltet oder erst nach dem Schließen wieder einschaltet, reduziert den Anflug spürbar. Mit einem Insektenschutzgitter erübrigt sich diese Routine.
Wirken gelbe Speziallampen gegen Mücken?
Gegen Nachtfalter und andere lichtorientierte Arten wirken sie tatsächlich schwächer anziehend. Gegen Stechmücken bringen sie kaum etwas, weil diese sich an Kohlendioxid, Körperwärme und Geruch orientieren statt am Licht. Eine gelbe Lampe macht die Terrasse also ruhiger, hält aber keine einzige Mücke vom Menschen fern.
Wie weit strahlt eine Außenleuchte für Insekten sichtbar?
Das hängt von Helligkeit, Lichtfarbe und Sichtlinie ab. Nachtaktive Insekten reagieren auf Lichtquellen noch über mehrere Dutzend Meter, unter freier Sicht auch weiter. Deshalb wirkt eine abgeschirmte Leuchte, die nur die Fläche darunter beleuchtet, so viel besser als eine offene Kugel, die in alle Richtungen abstrahlt.
Reicht die richtige Beleuchtung als Insektenschutz aus?
Nein, sie senkt den Druck, schließt aber keine Öffnung. Insekten kommen auch ohne Lichtreiz ins Haus, etwa über gekippte Fenster, offene Terrassentüren oder Warmluft, die nach draußen zieht. Lichtplanung und Insektenschutzgitter ergänzen sich: Das Licht reduziert die Zahl der Anflieger, das Gitter entscheidet, wer hineinkommt.
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